bright tradeshow berlin

BRIGHT TRADESHOW XVIII – 15th till 17th, 2014 – BERLIN

 

Kaltes Berlin, Mittagszeit. Da ich schon seit Montag in Berlin bin und es mittlerweile schon Mittwoch ist,  finde ich mich sehr schnell und gut zurecht. Nach 20 Minuten Fahrt und einmaligem umsteigen habe ich meinen Zielort erreicht, Brunnenstraße Berlin.  Mit einem mulmigen und leicht aufgeregten Gefühl  schlendere ich noch ein bisschen unbehaglich die Straße entlang. Bubble  Butt von Major Lazer strömt laut in meine Ohren, meine Lippen bewegen sich dazu und auch mein Gang wirkt leicht tänzerisch. Nur nicht auffallen, nicht anfangen zu tanzen, bloß nicht! Eine Straßenüberquerung davor hat ein Musiker sein Plätzchen gefunden, trällert vor sich hin und zupft an seiner Gitarre.  Da Bubble But auf Repeat bei mir läuft, muss ich kurz mal leiser schalten um mir das anzuhören. Einmal übern Zebrastreifen, der gar nicht vorhanden ist und schwups – Menschenmenge, Eingang, ich bin da. Rundum stehen super gestylte Leute. Musik aus, Earphones in die Tasche, Ticket zum Scannen raus und zu den Türstehern hin. „Hallo, du warst schon mal hier?“, fragte er mich. Ich entgegnete mit einem Nein und einem Lächeln. „Nicht? Du siehst so aus, alle da drin sehen so aus wie du.“  Aha, na ja solange alle so aussehen wie ich und ich nicht wie sie, ist doch gut. Ha-ha, na wenigstens passe ich anscheinend dazu.  Nach dem Ticket Scan fängt der Spaß an.  Menschen und Stände, leicht überfordert von den ganzen Eindrücken entscheide ich mich in den ersten Stock zu gehen und mir von oben einen Überblick zu schaffen.  Außer ein überdimensionales WOW fällt mir nicht wirklich ein. Aufgekrempelte enge Hosen, Bärte, Hauben, Kappen, Hipster Turnbeutel, Baumwolltaschen, Leggins, Markenschuhe und Shirts, nur ein paar Sachen die mir sofort einfallen wenn ich an das Publikum denke. Alle schön hübsch verpackt und nichts dem Zufall überlassen. Nach einem ausgiebigen Rundum Blick habe ich mich auf den Weg gemacht um das ganze aus der Nähe zu betrachten. Die Fashion Zukunft in der Street- und Skatewear Branche sieht auf jeden Fall “blumig” aus.  Sehr viele  unterschiedlichste Muster mit Grünzeug, Katzen, Obst,  Streifen, bunte Farben die man nie miteinander kombinieren würde – in einem Teil und frech kombinierte Tierfotos. Es ist einfach alles erlaubt und etwas was ich als Kind schon schrecklich fand und in der Farbe Olive getragen habe, hat anscheinend sein Revival. Ein „hallo and welcome back“ dem Fischerhut. Also nicht wundern wenn plötzlich jeder mit so einem Teil durch die Gegend rennt. Im Grunde erinnert mich alles einwenig an Hawaii Hemden. In diesem Sinne verstaut eure schwarzen Klamotten und holt euch Farbe ins triste Leben und Muster, vergesst auf keinen Fall die Muster! Jeder Stand hatte seine kleinen Besonderheiten und seine kreativen Einzelheiten.  Auf jeden Fall gab es viele gratis Sticker! Wie enttäuscht ich teilweise war als Sticker ausgingen oder es ganz einfach nicht überall welche gab.  Wie ein kleines Kind war ich angepisst, vor allem bei Lieblingsmarken. Man konnte aber nicht lange traurig sein, im nächsten Moment hatte man ein gratis Bier, einen Karamelschnaps  und einen gratis Turnbeutel in den Händen.  Klar gab es auch genügend Flyer und Prospekte, deshalb hatte ich auch beim Heimflug einen Kilo mehr im Koffer. Die Bright ist recht angenehm und interessant und man lernt schnell Leute kennen. Es gab nette Highlights wie zum Beispiel einen Barber, ein Typ der nur dem schönen Gentleman eine neue Frisur verpasst und dass nicht nur auf dem Kopf auch der Bart durfte dran glauben. Ob die Männer danach auch innerlich wahre Gentlemen werden, kann ich nicht beurteilen aber auf jeden Fall sahen sie so aus. Leider wurden die Frauen nicht bevorzugt und es gab keinen der den Mädles den Kopf wäscht, jedoch gab es einen Tätowierer. Ja, richtig gelesen man konnte sich bei einem Stand gratis tätowieren lassen. Juhuuu denken sich jetzt bestimmt die Körperbemalten, aber man konnte sich nur von einem A3 Blatt bestimmte Motive aussuchen. Tja, man kann ja nicht alles haben. Ich erinnere mich an eine Handfläche mit einem Auge, einem zurzeit sehr gehypten Tier – der Katze, einem lustigen Smiley mit einem Daumen nach unten,  einen typischen Anker, einen typischen Totenkopf und noch ein paar Motive die mir anscheinend entgangen sind. Einen Besuch, beziehungsweise waren es mehrere, machte ich bei skate-aid aus Münster. Schön versteckt in einem kleineren Raum haben es sich die Jungs gemütlich gemacht. Ich habe mich sehr gefreut die Gesichter hinter dem Telefon und der Mails persönlich kennen zu lernen, vor allem weil Naked of Sense die Organisation unterstützt. Nach dem ganzen hin und her und rauf und runter schrie mein Hirn nach Kaffee. Lecker Gerichte gab es zur Auswahl aber ich habe mich dann doch nur für einen Kaffee entschieden und einem kurzen netten Gespräch mit dem Bewirter. Ich war stundenlang vor Ort und habe mich inspirieren lassen. Normalerweise, hätte man Stress, könnte man die zwei Ebenen recht schnell abgehen und man hätte im Grunde alles gesehen. Auf eine Messe geht man aber nicht schnell, man lässt sich Zeit, quatscht mit den Leuten die 3 Tage lang versuchen Einkäufer von ihren Produkten zu überzeugen, man sieht sich eine 5-minütige Videopremiere an, sieht dem Künstler dabei zu wie er die Element Wand bemalt etc. Das nächste Mal bin ich wieder am Start. Berlin, Sommerzeit, ich freue mich jetzt schon. Bis dahin kaufe ich schon mal bunte Klamotten und Schuhe und Accessoires, mit Muster!

 

> www.brighttradeshow.com <